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Als Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer kann ich ja eh nicht viel bewirken?!

Als Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmer kann ich ja eh nicht viel bewirken?!“

Diesen Satz höre ich erstaunlich oft – sei es bereits in Wahlverfahren, wenn es um die Frage einer Kandidatur geht, in Seminaren zu Rechten und Pflichten von Aufsichtsratsmitgliedern oder auch in der praktischen Beratung. Gerade Arbeitnehmervertreter in drittelbeteiligten Aufsichtsräten denken oft


👉 „Wir sind doch eh in der Minderheit.“
👉 „Am Ende entscheiden die Anteilseigner.“


Klar: Die Stimmenverhältnisse sind, wie sie sind und natürlich sind oftmals die anstehenden Entscheidungen im Gremium bereits mit den Anteilseignervertreter mehr oder weniger “beschlossen”.


Aber: Wer glaubt, das Mandat sei deshalb wirkungslos, verschenkt enormes Potenzial!


Ein paar Gedanken aus der Praxis 👇


☑️ Einfluss beginnt vor der Abstimmung!


Die eigentliche Wirkung entsteht nicht im formalen „Ja oder Nein“, sondern in der Vorbereitung: Fragen stellen, eigene Themen und Impulse setzen, kritische Punkte früh adressieren.
Wer die richtigen Fragen stellt und kompetenten Input liefert, zeigt, dass es sich lohnt zuzuhören.


☑️ Informationsrechte als Benefit


Aufsichtsratsmitglieder haben weitgehende Informations- und Auskunftsrecht. Wer diese konsequent nutzt, beeinflusst die Entscheidungsgrundlagen – und damit die Strategie.


☑️ Strategie ist kein Tabu!


Auch wenn der Aufsichtsrat primär ein Kontrollgremium ist, gilt: Unternehmensstrategie, Investitionen, Personalplanung, Compliance, Transformation – all das gehört auf den Tisch. Wichtige Anregungen hierzu gibt die Regierungskommission Deutscher Corporate Governace Kodex in einem Praxisimpuls aus dem letzten Jahr


☑️ Framing schlägt Mehrheiten!


Die Art, wie Themen eingeordnet werden (Risiken, Nachhaltigkeit, Arbeitnehmerperspektive, langfristige Folgen), prägt Diskussionen oft stärker als die reine Stimmenzahl.


☑️ Aufsichtsratsmitglieder ≠ Einzelkämpfer


Wer gut vernetzt ist – gerade auch mit den Anteilseignervertretern und der Geschäftsleitung – kann mehr bewirken. Besonders persönliche Gesprächskontakte außerhalb der formellen Sitzungen lassen sich gezielt nutzen, um Themen wirksam zu platzieren.


Mein Fazit:

👉 Das Mandat muss (und sollte!) kein Feigenblatt sein!
👉 Es ist ein echtes strategisches Instrument – wenn man es aktiv nutzt.